Die K5 Zeitung
Wie farbig dürfen SchweizerInnen sein?
In "Basler Magazin" vom 20. Sept. 2003 erzählen SchweizerInnen mit dunkler Hautfarbe von ihren Erfahrungen. Sie sind in der Schweiz aufgewachsen, haben aber einen dunkelhäutigen Elternteil. Sie sprechen perfekt Schweizerdeutsch und fühlen sich hier zu Hause. Sie waren als Kind bei den Pfadfindern oder haben sogar Bergsteigen als Hobby. Nur eine Frau möchte später in eine Grossstadt wie London auswandern, wo sie sich nicht so "exotisch" fühlt wie hier.
Diese SchweizerInnen werden wegen ihrer dunklen Haut manchmal in komischem "Ausländerdeutsch" angesprochen. Beispiel: "Du sagen, wo du her sein". (AusländerInnen darf man ja alle duzen, oder etwa nicht?) Sie müssen sich manchmal neugierig - indiskrete Fragen gefallen lassen und häufiger als ihre hellhäutigen Landsleute ihren Ausweis oder Pass zeigen, an der Grenze, im Tram oder auch nachts in der Telefonkabine.
Trotzdem möchte Andrew Katumba aus Zürich in den Nationalrat gewählt werden. Er wäre der erste dunkelhäutige Nationalrat in der Schweiz.
Das jedoch ist für Basel nichts Neues. Jeffrey Sandragesan mit dunkelbrauner Haut war einige Jahre im Stadtparlament, im Grossen Rat.
Marianne Egloff.
Thema Migration
Für uns Kursteilnehmer des Kurses 7 ist das ein interessantes Thema. Es ist ein weltweites Problem, betrifft also nicht nur die Schweiz. Es ist verursacht durch politische oder wirtschaftliche Probleme, die es vielen Menschen verunmöglichen, in ihrem Heimatland zu bleiben. Alle Kursteilnehmenden des K5 haben ihre persönliche Migrationsgeschichte. Deshalb wollten wir einige Teilnehmende aus anderen Klassen dazu interviewen.
Mark Francome, Alessandro Gueli und Hector Sandoval.
Interview 1(MF) Wie heissen Sie?
(der Befragte) Ich heisse Mohammad Wahid Zare.(MF) Woher kommen Sie?
(MWZ) Ich bin ein Afghane und ich komme aus der Hauptstadt von Afghanistan, Kabul.(MF) Sind Sie verheiratet ?
(MWZ) Ich bin verheiratet und wir haben ein Kind .(MF) Was ist Ihr Beruf?
(MWZ) Ich bin Automonteur.(MF) Seit wann sind Sie in der Schweiz?
(MWZ) Ich bin hier seit Anfang 1998.(MF) Was ist in der Schweiz besser ist als in Ihrer Heimat?
(MWZ) Alles ist besser ... die Leute können in Frieden leben ohne Krieg. Die wichtigste Sache für mich ist , dass es in der Schweiz ruhig ist...(MF) Was vermissen Sie von Ihrer Heimat?
(MWZ) Ich vermisse die Leute, natürlich, aber ich vermisse auch die Musik und die Kultur von Afghanistan.(MF) Wann gehen Sie nach Afghanistan zurück?
(MWZ) Wenn Afghanistan ruhig und beständig ist. Jetzt nach Afghanistan gehen wäre gefährlich und würde mir viele Probleme verursachen. Wenn ich jetzt dorthin gehe, darf ich vielleicht nicht mehr in die Schweiz zurückkommen.(MF) Was machen Sie in Ihre Freizeit?
(MWZ) Ich gehe in die Museen in und um Basel und besichtige häufig Frankreich und Deutschland. Auch mache ich Musik , allein oder mit Freunden. Ich spiele ein akkordeonähnliches Instrument, es ist ein traditionelles afghanisches Instrument, und ich habe auch eine Yamaha Hammondorgel.(MF) Was ist Ihre Muttersprache?
(MWZ) Meine Muttersprache ist Persisch. Ich spreche auch einfaches Englisch, ein wenig Russisch und ein wenig Pashtu. Persisch und Pashtu sind die Amtssprachen von Afghanistan.(MF) Lernen Sie gerne Deutsch?
(MWZ) Ja, es ist sehr wichtig, um in Zukunft Arbeit zu finden.(MF) Warum sind Sie hier in der Schweiz?
(MWZ) Ich bin ein politischer Flüchtling. Ich bin Musiker, und als Afghanistan unter die Herrschaft der Taliban kam, wurde mein Leben sehr schwierig. Ich floh von Afghanistan ( 1998) über die Grenze nach Pakistan, danach nach Italien und schliesslich in die Schweiz. Die Taliban zerstörten alle Musikinstrumente sowie Fernsehen, Radios und alle Kunstwerke, die etwas Lebendiges bildlich darstellten.(MF) Welche Hilfe empfingen Sie von den Schweizer Behörden, als Sie hier ankamen?
(MWZ) Als ich hier ankam, haben mir zuerst die Gemeinde und das Sozialamt geholfen mit meinen sofortigen Problemen.(MF) Gibt es andere Leute aus Ihrer Heimat, die hier leben?
(MWZ) Ja, vielleicht gibt es 6 oder 7 afghanische Familien, die in Basel wohnen. In der ganzen Schweiz gibt es etwa 5000 afghanische Menschen(MF) Herr Zare, danke sehr für das Interview!
Interview 2(MF) Wie heissen Sie?
(der Befragte) Ich heisse Doganci Emram.
(MF) Woher kommen Sie?
(DE) Ich bin ein Türke und ich komme aus einer Stadt in der Westtürkei.(MF) Sind Sie verheiratet oder ledig?
(DE) Ich bin ledig.(MF) Was ist Ihr Beruf?
(DE) Ich habe keinen Beruf gelernt.(MF) Seit wann sind Sie in der Schweiz?
(DE) Seit 2000 wohne ich hier.(MF) Warum sind Sie in die Schweiz gekommen ?
(DE) Aus ökonomischen Gründen. Es gibt wenig Arbeit in der Türkei und die Arbeit dort ist schlecht bezahlt.(MF) Warum haben Sie die Schweiz gewählt?
(DE) Weil viele Mitglieder von meiner Familie bereits hier sind.(MF) Was ist in der Schweiz besser als in Ihrer Heimat?
(DE) Die Schweiz ist besser aus ökonomischen Gründen.(MF) Was vermissen Sie von Ihrer Heimat?
(DE) Ich vermisse meine Heimatstadt.(MF) Gibt es andere Leute aus Ihrer Heimat, die hier leben?
(DE) Ja, sicher! Ich habe viele Türken und Türkinnen als Freunde. Aber ich habe auch tschechische Freunde. Ich kenne nur diese zwei Nationalitäten.(MF) Wie langer wollen Sie in der Schweiz bleiben?
(DE) Mein ganzes Leben!(MF) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
(DE) Ich habe wenig Zeit für Sport! Aber wenn ich Zeit habe, mache ich gerne Töffrennen auf meiner grossen Kawasaki.(MF) Welches andere Sprachen sprechen Sie?
(DE) Natürlich Türkisch, sowie Englisch.(MF) Lernen Sie gerne Deutsch?
(DE) Nein.(MF) Wofür brauchen Sie die Deutsche Sprache?
(DE) Ich muss Deutsch sprechen , damit ich Arbeit finden kann.(MF) Herr Emram, danke sehr für Ihre Zeit und Ihre wahrheitsgemässen Antworten!
Interview 3(MF) Wie heissen Sie?
(die Befragte) Ich heisse Bangon Schnell (Bangon ist mein Vorname).
(MF) Woher kommen Sie?
(BS) Ich bin Thailänderin und ich komme aus einer Stadt in Nord-ost Thailand , sie heisst Kalasin, (nahe der Lam Poa Wasserbehälter).(MF) Sind Sie verheiratet oder ledig? Haben Sie Kinder?
(BS) Ich bin geschieden. Ich habe sechs Kinder, fünf von ihnen leben in Thailand. Ich habe einen Schweizer geheiratet und bin mit ihm in die Schweiz gekommen.(MF) Was ist Ihr Beruf?
(BS) Ich bin Hausfrau.(MF) Seit wann sind Sie in der Schweiz?
(BS) Seit 1981 wohne ich hier.(MF) Was ist in der Schweiz besser als in Ihrer Heimat?
(BS) Die Schweiz ist besser für Arbeit, das ist klar. Und manchmal ist das Schweizer Essen gut.(MF) Was vermissen Sie von Ihrer Heimat?
(BS) Meine Familie, mein Heim, das Essen und Thailand allgemein.(MF) Gibt es andere Leute aus Ihrer Heimat , die hier leben?
(BS) Vielleicht, ich kenne nicht so viele.(MF) Wie langer wollen Sie in der Schweiz bleiben?
(BS) Ich bleibe hier bis ich pensioniert bin, nachher kehre ich zu meiner Familie in Thailand zurück.(MF) Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
(BS) Putzen und kochen - ich bin Hausfrau!(MF) Welche andere Sprachen sprechen Sie?
(BS) Nur Thai.(MF) Lernen Sie gerne Deutsch?
(BS) Ja, aber mein Kopf nicht!(MF) Wofür verwenden Sie die Deutsche Sprache?
(BS) Erstens für die Kommunikation am Arbeitsplatz, aber auch für die Unterhaltung mit Nachbarn und das Lesen. Ich verwende sie für alles. Ich hätte diesen Kurs gerne schon früher gemacht, wenn ich das Geld und die Zeit gehabt hätte.(MF) Frau Schnell, danke sehr für das Interview!
Interview 4(AG) Wie ist Ihr Name?
(SB) Ich heisse Snezana Barisic.(AG) Aus welchem Land kommen Sie?
(SB) Ich komme aus Kroatien und wohne jetzt in Basel.(AG) Haben Sie einen Beruf gelernt?
(SB) Ja, ich habe eine Lehre als Coiffeuse gemacht.(AG) Sind Sie verheiratet?
(SB) Ja, ich bin verheiratet.(AG) Und haben Sie auch Kinder?
(SB) Ja, ich habe zwei schöne Kinder.(AG) Wie lange sind Sie in der Schweiz?
(SB) Ich bin seit dreizehn Jahren in der Schweiz.(AG) Haben Sie Probleme, in der Schweiz zu leben?
(SB) Nein, ich habe keine Probleme in der Schweiz.(AG) Wollen Sie für immer in der Schweiz leben?
(SB) Nein, wenn alles gut geht wollen wir nur noch fünf Jahre hier bleiben.(AG) Warum sind Sie hierher gekommen?
(SB) Weil meine ganze Familie hier ist.(AG) Was machen Sie hier?
(SB) Momentan bin ich arbeitslos und besuche einen Deutschkurs. Danach möchte ich eine Arbeit finden.(AG) Lernen Sie gerne die Deutsche Sprache?
(SB) Ja, sehr gern. Wenn man die Deutsche Sprache kann, kann man auch besser hier leben.
Interview 5(HS) Wie heissen Sie?
(VS) Ich heisse Veli Sarmis.(HS) Aus weichem Land kommen Sie?
(VS) Ich komme aus der Türkei, aus Istanbul.(HS) Haben Sie einen Beruf gelernt?
(VS) Nein.(HS) Sind Sie verheiratet, haben Sie Kinder?
(VS) Ich bin verheiratet und habe ein Kind.(HS) Wie lange sind Sie in der Schweiz?
(VS) 17 Jahre.
(HS) Was ist gut in der Schweiz?
(VS) Die Schweiz ist gut zum Arbeiten.(HS) Gibt es Probleme mit dem Leben in der Schweiz?
(VS) Nein, keine Probleme. Man muss sich integrieren.(HS) Wollen Sie in der Schweiz bleiben?
(VS) Ja, für immer.(HS) Warum Sind Sie in die Schweiz gekommen?
(VS) Weil ich in der Türkei zu viele Probleme hatte.(HS) Was machen Sie jetzt?
(VS) Arbeit suchen.(HS) Lernen Sie auch Deutsch?
(VS) Ja.
Unterernährung
Monica Andrea Zerdan und Ana Maria Rapp haben einen interessanten Artikel zu diesem Thema im Internet gefunden. Es war aber zu schwierig, ihn vom Spanischen ins Deutsche zu übersetzen. Wir haben dann in der Klasse darüber diskutiert. Hier können Sie die Zusammenfassung dieser Diskussion lesen.
Zahlen:
- Es wurde eine Untersuchung in den Jahren 1998 - 2000 gemacht.
- In Südamerika und in der Karibik sind 11 % der Bevölkerung unterernährt, und 9 % aller Kinder unter 5 Jahren.
- Auf der ganzen Welt sind 19,4 % aller Menschen unterernährt, das sind 840 Millionen.
- 6 Millionen Kinder unter 5 Jahren sind an Unterernährung oder an Folgekrankheiten wie Malaria, Cholera oder Durchfall gestorben.
- Vermutlich sind im Jahr 2015 30 % der Bevölkerung unterernährt.
Wörter:
- Unterernährung heisst, die Menschen haben zu wenig zu essen.
- Ueberernährung heisst, die Menschen essen zuviel.
- Fehlernährung heisst, die Menschen essen das Falsche.
In den USA ist vor allem die Ueberernährung und die Fehlernährung ein Problem.
Richtig essen, was heisst das?
- Viel Früchte, Gemüse und Salat, 3 bis 5 Mal am Tag.
- Kohlehydrate, z.B. Cornflakes, Brot, Teigwaren, Reis.
- Eiweiss, z. B. Soja, Fleisch, Fisch, Hülsefrüchte.
- Wenig Fett.
- Viel Wasser oder Kräutertee trinken.
Unterernährte Kinder:
Auf die Kinder wirkt sich die Unterernährung besonders schlimm aus. Wir kennen alle Bilder von Kindern mit geschwollenem Bauch und fast keine Muskeln an den Armen und Beinen. Unterernährte Kinder bekommen schnell Infektionskrankheiten, auch die Zähne gehen leicht kaputt .Die schlimmste Folge ist ein bleibender Hirnschaden.
Ursachen:
Alle in unserer Klasse sind der Meinung, dass es auf der Welt genug zu essen gibt, dass das Essen aber ungerecht verteilt ist. Menschen, die Hunger haben, können sich kein Essen kaufen, weil sie zuwenig oder kein Geld dafür haben. Der Welthandel ist ungerecht.
Was kann man gegen die Unterernährung tun?
Es gibt viele internationale Organisationen, Hilfswerke und Privatpersonen, die etwas gegen die Unterernährung tun, aber es ist zuwenig.
Die internationalen Organisationen sind:
- FAO (Ernährung).
- WHO (Weltgesundheit).
- Unicef (Kinder).
Wichtig sind auch Massnahmen, die sich indirekt auf eine bessere und gesündere Ernährung auswirken.
Viele Hilfswerke leisten Entwicklungshilfe. Sie informieren die Bevölkerung über Gesundheit und Krankheitsursachen und helfen ganz konkret mit Projekten. Sie bauen zum Beispiel Brunnen für sauberes Wasser oder geben Kleinkredite für Bauern.
Die Max Havelaar Stiftung kauft den Kleinbauern ihre Produkte zu einem gerechten Preis ab und verkauft sie bei uns in Europa. Wichtig sind auch Informationen über gesunde Ernährung, Geburtenkontrolle und Aids.